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Cimalmotto/Valle di Campo/ TI


Riesenkastanien am Weg von Cimalmotto nach Cerentino

 

Hat man im Bus ab Cevio im Maggiatal die enge Schlucht der Rovana in einem Dutzend Kehren hinauf nach Linescio und Cerentino hinter sich, hat in Cerentino in den Bus nach Cimalmotto gewechselt, erreicht man die Endstation Cimalmotto auf 1403 m.ü.M. und staunt über die Weite der Landschaft und die Ruhe hier oben. Der Weg nach Campo führt zuerst über eine Wiese, taucht bei drei alten Lärchen in kühlen Laubmischwald ein und landet im Weiler Campo. Dort treffen wir auf zwei interessante Gebäude, die Pedrazzini-Häuser. Im 18. Jh. erbaut von Auswanderern, die in Deutschland ein Handelsunternehmen aufgebaut und immer wieder in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Die Fassade zeigt Fresken und eine Sonnenuhr. Von der Kapelle der Maria adorata aus führt die Via Crucis (Kreuzweg), ein historischer Pilgerweg aus dem 18. Jh., bestehend aus elf kunstvollen Kapellen, hinauf zur Kirche San Bernardo. Auf dem weiteren Weg erreichen wir bald den Weiler Piano di Campo. Hier ist auf dem Gegenhang ein Bachrauschen zu hören: der Überlauf eines Kraftwerks, d.h. der Fluss wurde auf einer Teilstrecke in den Berg umgeleitet. Es ist eine der Massnahmen, um das rutschgefährdete Plateau von Cimalmotto zu stabilisieren. Entwässerungsstollen und Aufforstungen trugen zusätzlich dazu bei. Bei einem Blick zurück sehen wir das Plateau von Cimalmotto, für das vorerst Rutsch-Entwarnung gilt. Vor Niva treffen wir auf grosse Buchen und auf einer Höhe von ca. 960 m.ü.M. taucht am Wegrand die erste Riesenkastanie auf. Als Riesenkastanie bezeichnet man die Bäume, die auf Brusthöhe einen Umfang von sieben und mehr Metern erreichen. Ein Grossteil dieser Bäume steht in Nähe landwirtschaftlicher Gebäude, in Höhenlagen von 700 bis 970 m.ü.M. Etwas unterhalb im Wald versteckt stehen zwei weitere Riesenkastanien. Hier im Tessin war die Edelkastanie lange Zeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Früchte wurden frisch, getrocknet, geröstet oder als Mehl verspeist. Die wichtigste Konservierungsmethode war räuchern in Dörrhäusern (sog. «gràs»). Mit der Industrialisierung und der Landflucht im 19. Jh. erlebte die Kastanienkultur einen Rückgang. Hier hören wir das Rauschen des Talflusses, der Rovana di Campo und eines Nebenflusses aus dem Valle di Niva. Eingangs Weiler folgen wir dem Teersträsschen- rechts am Waldrand eine Riesenkastanie, ein majestätischer Baum- und schwenken dann im Weiler auf den Wanderweg nach Pedipiodi ein. Nach diesem Weiler wechselt der Wanderweg wieder auf die weiss-rot-weiss markierte Bergstrecke, leicht ansteigend bis zu unserem Endpunkt Cerentino. Gegenüber einem Bildstöcklein treffen wir auf einen Riesenkastanienbaum und 30 m weiter ist ein weiterer in dichtem Unterholz auszumachen. Als Höhepunkt steht am Wegrand eine Riesenkastanie, teilweise verdorrt, aber von vielen jungen Stämmchen umgeben. Cerentino, Bushaltestelle und Osteria Centrale sind dann bald erreicht.

In der ehemaligen Siedlung Cauzzi unterhalb der Fahrstrasse vor Cerentino finden sich weitere beeindruckende Riesenkastanien. Siehe in den baumwanderungen.ch unter «Bosco / Gurin».

Wie hin?

-Von Locarno mit dem Bus bis Cevio, Fahrplanfeld 62.325.    Von Cevio mit dem Bus Richtung Bosco/Gurin bis Cerentino, Fahrplanfeld 62.331. Umsteigen in Cerentino in den Bus nach Cimalmotto, Fahrplanfeld 62.332

Wie zurück?

-Von Cerentino mit dem Bus nach Cevio.   Von Cevio mit dem Bus zurück nach Locarno.

Wie lange?

Cimalmotto, 1403 m.ü.M – Campo, 1312 m.ü.M- Piano die Campo, 1187 m.ü.M. – Niva, 954 m.ü.M. – Pedipiodi, 960 m.ü.M. – Cerentino, 978 m.ü.M.    2 Std. 30 Minuten

Spannende, abwechslungsreiche Wanderung in traumhafter Landschaft.  Tiptop weiss-rot-weiss markierter Bergwanderweg. Wenige kurze moderate Aufstiege, meistens aber angenehm bergab und in kühlem Waldschatten.

















 

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