Gempen/SO
Obstbaumlandschaft Schönmatt-StollenhäuserIn Gempen, dem nördlichsten Zipfel im Schwarzbubenland wenden wir uns dorfauswärts auf dem Wanderweg Richtung Schönmatt. Auf der Hochebene-der Weg folgt ein Stück weit dem Waldrand entlang-treffen wir auf die ersten zwei riesigen alten Kirschbäume. Danach fällt die Strasse steil hinunter zum Weiler Stollenhäuser. In den Obstgärten hinter den Häusern sehen wir die vielen alten Kirschbäume. Zwischen Stollenhäuser und Schönmatt stehen über 1200 Hochstamm-Obstbäume, vor allem Kirschbäume. Diese Obstbaumlandschaft ist etwas Einmaliges in der Nordwestschweiz. Einige Bäume hier erreichen ein Alter von bis zu 150 Jahren. Beeindruckend ist, dass alte Bäume nicht sofort weggeräumt werden, sondern stehengelassen werden bis «zum letzten», ein unschätzbarer Gewinn für Landschaft und Tierwelt. Wo alte Bäume «wirklich» abgestorben sind, werden auch junge gepflanzt. Auf Grund von alten Fotos ist erkennbar, dass bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts es in der Nordwestschweiz rund um viele Ortschaften so ausgesehen hat wie hier. Verschiedene Gründe veränderten ab 1950 bis 1970 das Bild der Landschaft radikal. Ursachen waren u.a. Absatzschwierigkeiten der einheimischen Früchte, viel Handarbeit an den Hochstammbäumen und Ausdehnung der Baugebiete auf Kosten der Obstgärten. Die Anzahl der Bäume schrumpfte auf einen Bruchteil. Die Obstbäume sind nicht nur zur Blütezeit im Frühling ein Genuss zum Anschauen. Auch für die Tierwelt ist die Landschaft ein Gewinn, insbesondere für Kleintiere und Vögel. Durch Verzicht auf Düngung werden lebendige artenreiche Wiesen gefördert, was der Tierwelt zugutekommt. Der Kanton Solothurn unterstützt den Erhalt dieser einzigartigen Landschaft. Die Bauern werden für eine naturnahe Nutzung ihrer Parzellen finanziell abgegolten. Nach den letzten Häusern im Weiler Stollenhäuser gehen wir links bis zum Waldrand und dann querfeldein zurück zur Fahrstrasse zur Schönmatt. Es ist nicht selbstverständlich, dass hier diese alten Bäume erhalten werden. Baumhöhlen bieten typischen Obstgarten-Vögeln wie Grünspecht, Buntspecht oder Distelfink Brutmöglichkeiten. Auf dem Weg zur Schönmatt erreichen wir einen «plantagenmässig» angelegten Obstgarten, alle Bäume schön in Reih und Glied. In der Schönmatt kehren wir ein. Auf dem Retourweg zweigen wir von der Fahrstrasse beim Wegweiser «Schauenburg» ab und wandern dann auf dem nächsten Strässchen durch ausgedehnte Kirschbaumlandschaft zurück nach Stollenhäuser. Auf dem Rückweg nach Gempen folgen wir dem Wanderweg «32, Via Surprise» via Gempenturm und Bergbeiz. Die Aussicht von diesem beliebten Ausflugsziel ist fantastisch, geht westwärts zu den Jurahöhen und bis in die Vogesen. Wie hin? Von Liestal/BL oder Dornach/SO mit dem Bus nach Gempen. Linie 50.077 Dornach-Gempen- Nuglar-Liestal. Halbstündlich-/20 Minuten-Verbindungen. Wie zurück? Wie bei Anfahrt. Wie lange? Gempen, Bushaltestelle Dorf, 677 m.ü.M. – Stollenhäuser, 638 m.ü.M. – Schönmatt, 580 m.ü.M. 50 Minuten. Zurück nach Gempen über Stollenhäuser – Gempenturm, 760 m.ü.M. 1 Std. Keine grossen Höhenunterschiede, ausser vor bzw. nach Stollenhäuser, moderater Aufstieg zum Gempenturm. P ausgangs Dorf Richtung Schönmatt. www. restaurant-schönmatt.ch; Hofladen Schönmatt www. restaurant-gempenturm.ch Kartenmaterial: LK 1:25 000, 1067 Arlesheim; Karte Wanderland Schweiz![]() |
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